Postgeschichte Elmshorn

Die Geschichte der Post in Elmshorn

Obwohl der Ort Elmshorn an der Hauptverkehrsstrasse liegt, die von Hamburg aus in nördlicher Richtung durch Schleswig-Holstein führt und daher  von starkem  Verkehr berührt wurde, ist ein  Postamt in Elmshorn erst recht spät  eingerichtet  worden.   So hatte  Elmshorn  bei  der  vom  dänischen  König  Christian  IV.   im  Jahre  1624 eröffneten  Fahr-Postlinie  Kopenhagen-Hamburg keine  Poststation erhalten,  sondern  wurde von der Itzehoer Station mitversorgt.  Ab 1693  nahm  Elmshorn an  einer  reitenden Post Itzehoe-Hamburg teil.  Kapitänleutnant Nedden,  Besitzer des  „Großen Hauses“ ,  einer Gastwirtschaft ,  hatte die von  Itzehoe zweimal  in  der Woche eintreffenden Postillione und Pferde unterzubringen und zu verpflegen, bis ein  von Nedden gestellter Postillion seinen  Ritt nach  Hamburg  und zurück  ausgeführt  hatte.   Im Jahre 1711 übernahm der  Postmeister Grill  aus Pinneberg den Postritt auf der ganzen Strecke zwischen Itzehoe und Hamburg.                                                                                                                      

Am 23. April 1742 wurde Georg Lütkens durch eine königliche Bestallung zum Postmeister in Elmshorn ernannt und mit Wirkung vom 1. Juli 1742 hier ein „ordentliches Post-Comtoir“ eröffnet. Die königlich dänische fahrende Post zwischen Kopenhagen und Hamburg verkehrte auf der ganzen Strecke einmal wöchentlich, während die reitende Post Schleswig-Holstein zweimal wöchentlich passierte. Diese Posten durchfuhren aber Elmshorn ohne Pferdewechsel. Erst durch Verordnung vom 28. Mai 1762 etablierte sich in Elmshorn eine vollwertige Poststation, der alle mit der Beförderung der Posten und Extraposten verbundenen Aufgaben, wie auch Stellung der Wagen, Pferdeund Postillione, übertragen waren. In der Regel dienten damals bis weit in das 19. Jahrhundert hinein die Wohnhäuser der Postmeister zugleich der Unterbringung der Postämter. So hat sich der noch geringe Postverkehr auch in Elmshorn in den jeweiligen Häusern der Postmeister, die oft wechselten und den Postdienst nur im Nebenamt ausführten, abgespielt. Für den Postdienst genügte ein Zimmer, das oft auch noch Wohnraum war. Vom Flur aus, der den Postbenutzern zugänglich war, diente ein kleines Fenster zum Dienstraum als Schalter.

Als Lütkens 1757 gestorben war, wurde August Heinrich Gruner Postmeister in Elmshorn, ihm folgte schon 1762 sein Bruder Friedrich Gruner. Die nächsten Postmeister waren: Johann Ludwig Classen (ab 1795), Detlef HeinrichSchäff (1805), Leutnant Karl Maximilian Christoph Kurzhals (1821), Kanzleirat Heinrich Henrichsen (1831), dann folgten mit kurzen Amtsdauern Major J.F. Arndts, Philipp Schölermann, Sophus Friedrich von Gyldenfeldt und schließlich Fr. Boldt (bis 30.6.1864).

Die örtliche Lage der Poststationen in Elmshorn ist nicht immer bekannt. Im Jahre 1754 soll sich das Postamt in der bereits erwähnten Gastwirtschaft „Großes Haus“ an der Landstraße nach Uetersen, der späteren Kaiserstraße befunden haben.1835 war es in der Scheune von Thormälen, dem Wirt vom „Holsteinischen Hof“, untergebracht. 1839 zog die Post nach Stubbenhuk „bei der alten Post“, 1842 nach dem „Wedenkamp“, der jetzigen Königstraße und 1843 nach der Peterstraße.

Inzwischen erhielten die Postmeister ein festes Gehalt, so dass sie nicht mehr auf Nebentätigkeiten angewiesen waren. Am 18.9.1844 war die Ostseebahn in Betrieb genommen worden. Die Postsendungen wurden nun auf dem Schienenwege vom Bahnhof Elmshorn schnell in beide Richtungen befördert. Elmshorn wurde ein Eisenbahnknotenpunkt, als am 20.7.1845 die Elmshorn-Glückstädter Eisenbahn ihren Betrieb aufnahm. Am 15. Oktober 1857 wurde diese Strecke bis Itzehoe verlängert. Der Postbetrieb nahm weiter zu, und größere Betriebsräume wurden nötig. Die Post fand 1869 in dem alten Empfangsgebäude am Bahnhof aber nur zunächst ausreichende Räume, denn Wirtschaft und Verkehr hatten einen wachsenden Aufschwung bekommen, nachdem Schleswig-Holstein 1867 eine preußische Provinz und der Flecken Elmshorn im Jahr 1870 eine selbständige Stadt geworden waren.

Am 1. Juli 1864 wurde dem preußischen Postdirektor Krüger die Leitung des Postamts Elmshorn übertragen. Ihm folgte Postdirektor Bade (1875-1882). Die Deutsche Reichspost mietete ein privates Gebäude an, das neben dem „Holsteinischen Hof“ am Bauerweg errichtet worden war und ließ 1878 das Postamt einziehen. Hier blieb das „Kaiserlich Deutsche Postamt“ Elmshorn nur bis 1888, denn dann konnte der Postamts-Neubau in der Königstr. 29 bezogen werden. Dem Postamt stand bis 1889 Postdirektor Kunow vor. Es würde zu weit führen, die folgenden Amtsvorsteher einzeln zu nennen, die in diesem Gebäude, das die bauliche Endlösung für das Postamt darstellte, den Betrieb leiteten. Die Tatsache aber, dass dieses Grundstück jahrzehntelang genügte, um das Postwesen und die dazukommenden Fernmeldedienste aufzunehmen, unterstreicht die Weitsicht der Deutschen Reichspost in jenen Jahren.

Das Elmshorner Postamt heute